Meine weirde Götter-Fantasy Götterhain war um die Veröffentlichung herum so ein bisschen mein Sorgenkind.
Es lag bereits einige Monate fertig mit Cover, Buchsatz und allem drum und dran auf meinem Schreibtisch. Ich wollte es aber nicht im Sommerloch versinken lassen. Das sorgte dafür, dass mein Enthusiasmus zum Release schon etwas verpufft war.
Dazu ist dieses Buch unglaublich schwer zu vermarkten. Es kommt erstmal daher, wie eine etwas ungewöhnliche Fantasy-Geschichte. Aber eigentlich steckt etwas ganz anderes dahinter – das ich aber vorher nicht verraten kann, weil die Entdeckung dieses “Anderen” zum Erlebniskonzept des Buches gehört.
Gnarf.
Aber ich liebe dieses Buch so sehr. Das Cover mit der Illu von Felix Oesinghaus ist eins meiner schönsten, die Geschichte ist eine meiner Persönlichsten. Ich mache mich verletzlich wie in keinem anderen Buch bisher. Alles, was passiert ist sehr nah an meinem Erleben, die Gedanken und Botschaften stammen direkt aus meiner eigenen Mental Health Reise. Und ehrlich gesagt hatte ich deswegen die Buxe ganz schön voll. Noch ein Grund, warum ich bei der Vermarktung ein bisschen eine Blockade hatte.
Untergehen zum Release
Mit diesem Background und einem recht spontanen Release Ende August, gabs dann auch erstmal wenig Buzz.
Durch die Spontanität der Veröffentlichung gab es für meine Bloggys keine Deadline (habe ich eigentlich eh nie), ich hatte bei tolino media nicht Bescheid gesagt und irgendwas angekündigt schon gar nicht. Das Buch war einfach da. 😀
Der harte Kern meiner Community war am Start (liebe euch bis zum Mond und zurück), aber insgesamt ging Götterhain ein bisschen unter.
Seltsamerweise war ich trotzdem sehr entspannt. Mit dem Moment der Veröffentlichung schwand alle Angst. Ein seltsames Vertrauen stellte sich ein, dass die Menschen, die Götterhain brauchen, es auch finden werden.
Dann die fast schleichende Kehrtwende
Über die ersten Wochen nach Release kamen dann dennoch Rückmeldungen – wenige, aber sie hatten es in sich. Ich bekam wundervolle, sehr persönliche Nachrichten, die mir bestätigten, was ich schon gefühlt hatte. Dieses Buch wird die Menschen finden, die es brauchen.
Und inzwischen kann ich einen kleinen Domino-Effekt beobachten. Durch sehr gefühlvolle und begeisterte Rezensionen und Empfehlungen, werden mehr Leute neugierig auf Götterhain und ganz oft bekomme ich dann von diesen Menschen auch wieder sehr liebe Nachrichten.
Tekno und Deziro treffen bei euch ins Herz. Oft lese und höre ich, dass ihr euch fühlt, als hätte ich über euch persönlich geschrieben. Ihr erkennt euch wieder, geht den Weg gemeinsam mit meinen Figuren – und damit auch mit mir. Eure Nachrichten bringen etwas ganz tief in mir zum Klingen und rühren mich immer wieder zu Tränen.
Eure persönlichen Geschichten, die ihr mir anvertraut, zeigen mir, dass wir mehr gemeinsam haben, als wir immer so denken. Es ist mir eine Ehre, dass ihr mir so intime Dinge anvertraut und Zuflucht und Heilung im Götterhain findet.
Für meine Bücher muss man bereit sein
Und so ist Götterhain von einem Buch, das unterging zu einem Buch, das euch unter die Haut geht, geworden. Wie sich das in den Verkaufszahlen niederschlägt, ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Darum geht es bei diesem Buch nicht.
Ich habe auch zu meinen vorherigen Veröffentlichung schon viele herzerwämende Nachrichten und Rezensionen bekommen. Aber Götterhain toppt das alles.
Ich spüre, dass ich einen Einfluss auf die Leben anderer Menschen habe, dass ich zu Heilung und zu Selbst-(Erkenntnis) beitragen kann. Es steht in Schulbibliotheken, weil Lehrkräfte es für wertvoll erachten und wollen, dass ihre Schützlinge es lesen.
Und diese Dinge sind mir so viel mehr Wert als ein Besteller oder ein TikTok-Hype.
Götterhain bestätigt mir, dass ich Vertrauen darf. Vor allem auf meine Intuition – sie hat mich bei allem geleitet, was Götterhain angeht. Es bestätigt mir ebenfalls meine Rolle in diesem Leben – eine als Übersetzerin von großen, abstrakten Konzepten, als Impulsgeber, als Erkenntnisbringer. Ich kann dabei nicht erzwingen, wem ich helfen kann.
Denn für meine Bücher muss man bereit sein (mal mehr, mal weniger). Und damit habe ich mich durch Götterhain vollends versöhnt.
Besser als meine anderen Bücher?
Nein, ich finde trotz allem nicht, dass Götterhain besser ist als meine bisherigen Bücher. Es ist anders – aber seien wir ehrlich, jedes Buch von mir ist anders als alle davor. 😀
Mit jedem einzelnen lerne ich Dinge über mich, übers Schreiben, über Gestaltung, über Marketing. Und Götterhain hat mich eben sehr große Dinge gelehrt. Während andere Geschichten mir vielleicht eher etwas über die kleinen, feinen Züge des Lebens beigebracht haben. Alles ist wichtig, um mich weiterzuentwickeln und meinen eigenen Weg zu gehen.
Dieses Buch als mein bestes zu bezeichnen, wäre also etwas vorschnell. Vor allem weil ich noch viele Geschichten in meinem Herzen trage, die ich veröffentlichen will.
Und ohnehin – mein bestes Buch ist immer das, was ich gerade schreibe. Falls ich jemals an den Punkt komme, zu fühlen, dass ich es nicht mehr besser hinbekomme, dann höre ich auf und erst dann habe ich mein bestes Buch geschrieben.
Ich freue mich schon sehr darauf, zu erfahren, wer von euch noch auf meine Bücher wartet, vielleicht sogar ohne es zu wissen.
Tüdelü!



